04. Februar 2012 Startseite| Fotostrecke| Umfrage
wirtschaftsnachrichten.org
Sondermeldung "Gesundheitskosten"

Gesundheitskosten steigen dramatisch

Krankenhauskosten: Rund 3.600 Euro pro Fall
Arzneimittel kosten fast 6 Prozent mehr
Verbraucherzentralen wollen Kurswechsel

08.02.2010, 15:00 Uhr
Bild: ddp

Berlin (wnorg) - Nahezu täglich werden Verbraucher mit Ankündigungen von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen konfrontiert. Auch Krankenkassenbeiträge werden jetzt wieder ansteigen. Die Verbraucherzentralen schlagen Alarm, fordern einen Kurswechsel und legen deutliche Zahlen auf den Tisch.
 
Verbraucherzentralen fordern Kostendämpfung

"Anstatt Millionenbeträge in die Administration von Zusatzbeiträgen zu lenken, muss die Bundesregierung endlich eine Strategie zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen vorlegen", fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. Vor allem Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sei gefordert darzulegen, wie er einen weiteren Anstieg der Gesundheitskosten verhindern will.

Hohe Verwaltungskosten

Jährlich steigende Arzneimittelausgaben, deutliche Zuschläge bei der Vergütung von Ärzten und Krankenhäusern und fehlender Wettbewerb im System führen zu immer höheren Kosten für Verbraucher. "Die Qualität der Versorgung wird dadurch nicht automatisch besser", sagt Billen. Er kritisiert vor allem den hohen Verwaltungsaufwand.

Verwaltungskosten „fressen“ Kopfpauschale

Für die Erhebung der "kleinen Kopfpauschale" müssten individuelle Konten für jedes Mitglied eingerichtet und diese schriftlich zur Zahlung aufgefordert werden. Der Zusatzbeitrag werde nicht vom Arbeitgeber, sondern von jedem Versicherten einzeln überwiesen. "Von dem erhobenen Zusatzbeitrag verschwindet der Großteil in der Administration. Bürokratieabbau sieht anders aus", so Billen.

Mehr Kosten-Effizienz?

Anstatt Zusatzbeiträge zu erheben, solle die Bundesregierung die Krankenkassen als Sachwalter ihrer Versicherten in die Lage versetzen, hochwertige und effiziente Versorgungspakete zu schnüren. Um die Kosten ohne Einbußen in der Versorgungsqualität zu bändigen, müssten die Effizienzreserven im Gesundheitswesen gehoben werden. Hier müsse die Bundesregierung ansetzen, so die Verbraucherzentralen und schieben entsprechende Zahlen nach:

Verwaltungskosten der Kassen
 
Nach Berechnungen der Krankenkassen dürfte der Verwaltungsaufwand für die Einrichtung und Verwaltung der individuellen Beitragskonten bei circa 0,5 bis 1 Milliarde Euro liegen.

Arzneimittelkosten gestiegen

Nach Angaben des AOK-Bundesverbandes sind von Januar bis November 2009 die Ausgaben für Arzneimittel (ohne Impfstoffe) im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent gestiegen.

Krankenhausbehandlung: 3.600 Euro

Jeder Krankenhausfall kostete 2008 (1991) durchschnittlich 3.610 (2.567) Euro. Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Krankenhausfälle in Deutschland bis 2020 um durchschnittlich neun Prozent gegenüber 2005 ansteigen.

Integrierte Versorgung: 2,2 Milliarden mehr

Laut Bericht der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung meldeten die Krankenkassen von 2004 bis 2008 insgesamt nur 2,2 Milliarden Euro als Ausgaben für die integrierte Versorgung. Das sind gerade einmal 0,3 Prozent der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung in dieser Zeit.

 
Schlagzeilen
Aktuelle Meldung
 
Kredithürde im Januar
wieder gesunken
05.02.2012, 00:00 Uhr
 
München (dapd) - Die meisten deutschen Firmen haben sich nach eigener Einschätzung im Januar etwas leichter Geld leihen können als zuvor. Nach einem Anstieg im Dezember sank die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft im Januar leicht, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte.

Der Anteil der Unternehmen, die die Kreditvergabe als restriktiv bewerteten, habe im Vergleich zum Dezember um 0,3 Punkte auf 22,8 Prozent abgenommen. "Weiterhin profitiert die deutsche Wirtschaft von sehr günstigen Finanzierungsbedingungen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
 
Life & Lifestyle
    02.02.2012, 16:00 Uhr
Baierbrunn (wnorg) - Der Fachbegriff Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "honigsüßer Durchfluss". Diabetespatienten scheiden Glukose über den Urin aus und haben eine verminderte Ausbildung des körpereigenen Hormons Insulin. Dadurch ist der Blutzuckerspiegel zu hoch und viele Betroffene müssen mehrfach täglich Insulin spritzen.
Bild
Bild: Michael Horn / pixelio.de
Umfrage

Ist Ihre Altersvorsorge ausreichend?

Meine Planung ist umfassend und ohne Lücken
Aus heutiger Sicht könnte es gerade reichen
Ich weiß, dass ich noch etwas tun muss
Es gibt noch große Lücken
Ich habe das noch nicht genau geprüft
 
Top-Themen
 
    31.01.2012, 12:00 Uhr
Düsseldorf (wnorg) - Die europäische Stahlindustrie ist wieder auf dem Wachstumspfad. Für 2012 erwarten die internationalen Stahlmärkte einen Zuwachs der Stahlproduktion von 1,6 Milliarden Tonnen.
Bild
Bild: dapd
Bild: ddp  

Getränkekartons sind umweltfreundlich

Berlin (wnorg) -
Der 1915 patentierte Getränkekarton ist eine Einwegverpackung aus Verbundstoffen für flüssige Nahrungsmittel.
Bild: Andreas Morlok / pixelio.de
   
Bild: ddp  

Bargeldloses Zahlen weiter auf dem Vormarsch

Frankfurt am Main (wnorg) -
Das Zahlen größerer Beträge mit Karte ist für viele Verbraucher bereits Normalität.
Bild: dapd    
Kommentare
 
Bild: ddp  

Deutschland auf Kurs bringen

Osnabrück (wnorg) -
Die geringe prognostizierte Wachstumsrate für das nächste Jahr gibt Anlass zur Sorge.

Bild: Albrecht E. Arnold / pixelio.de    
Bild: ddp  

Auch Deutschland
nur noch auf Pump

Regensburg (wnorg) -
Die Wirtschaftsweisen sagen ein Wachstum von nur noch 0,9 Prozent für das Jahr 2012 voraus. Deutschlands Schuldenberge türmen sich auf.

Bild: dapd    
Bild: ddp  

Die dunkle Seite des Verbots von Glühbirnen

Heidelberg (wnorg) -
Vielen Verbrauchern geht in diesen Tagen ein Licht auf. Und die Wut ist groß.

Bild: dapd