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Post kriegt Konkurrenz
Bild: ddp  

Post kriegt Konkurrenz

04.03.2010, 13:00 Uhr
Frankfurt am Main / Berlin (wnorg) -

Volksbanken gründen Postdienst
Mehr als 300 Genossenschaftsbanken
im Verbund

Bild: ddp    

Welche Auswirkungen die Neugründung einer Genossenschaftspost auf den gesamten Markt der Postdienstleistungen haben wird, lässt sich derzeit kaum abschätzen. Fest steht: Die beteiligten Genossenschaftsverbände sind offenbar fest entschlossen, sich diesen interessanten Markt nicht entgehen zu lassen. Schließlich lassen sich viele neue Kunden auf diesem Wege durch die Verbandsmitglieder akquirieren. Fakt ist aber auch, dass jede einzelne Genossenschaftsbank selbst darüber entscheiden kann, ob sie eine Poststelle eröffnen will oder nicht. Und dazu müssen zunächst erst einmal ein paar wichtige Überlegungen angestellt werden.

Neuen Markt erkannt

Einen neuen Markt sieht der Genossenschaftsverband e. V. in Frankfurt für die Genossenschaftsbanken im Bereich der Postdienstleistungen. Der Genossenschaftsverband e. V. ist der größte genossenschaftliche Verband in Deutschland, mit 1.856 Genossenschaften in 13 Bundesländern. Der Verband besteht unter anderem aus Kreditgenossenschaften und landwirtschaftlichen und gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften.

GenoPost bereits gegründet

Es sei mit der Gründung der GenoPost eG die Voraussetzung geschaffen worden, damit Volksbanken und Raiffeisenbanken in ihrer Region standardisiert solche Leistungen anbieten könnten, so der Verband. Die GenoPost eG werde dabei mit entsprechenden Lizenzen ihre Mitglieder in allen Handlungsfeldern zur Einführung der Postdienstleistungen unterstützen.

BVR unterstützt Initiative

Die Gründung und Ausgestaltung der neuen Genossenschaft werde vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR) unterstützt, der sie allen Kreditgenossenschaften, die Postdienstleistungen integrieren wollten, als Partner empfehle. Der BVR ist der Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft in Deutschland. Mitglieder sind unter anderem alle Genossenschaftsbanken (Volksbanken Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD-Banken, Kirchenbanken und Sonderinstitute), genossenschaftliche Zentralbanken und die Unternehmen des FinanzVerbundes.

Großes Interesse

Bockelmann zufolge haben bundesweit 240 Banken ihr grundsätzliches Interesse signalisiert. Zehn Häuser hätten bereits angekündigt, das Postmodell umzusetzen: "Den Beteiligten wird die Chance eröffnet, komplett neue Kundengruppen zu gewinnen. Neben den vertraglichen Regelungen mit den externen Postdienstleistern, die das Verteilen der Post übernehmen, wird die GenoPost eG in weiteren Schritten zusätzliche Mehrwertleistungen für das Filialgeschäft zur Verfügung stellen."

Anbieter konkurrieren regional

Hintergrund der geplanten Expansion für Kreditgenossenschaften ist die Erkenntnis, das die Post in einem Zeitraum von weniger als zwei Jahren rund 500 selbst betriebene Filialen auslagern will. Die Volks- und Raiffeisenbanken könnten diese Lücke nutzen. Es ist aber derzeit durchaus zweifelhaft, ob alle Genossenschaftsbanken diese Möglichkeit nutzen werden und wollen. In einigen Regionen gibt es bereits so viele ausgelagerte Poststellen die von anderen Anbietern betrieben werden, dass sich dort für die ansässigen Volks- oder Raiffeisenbanken ein Einstieg in das Postgeschäft unter Umständen nicht lohnt. Jede Genossenschaftsbank wird im Zweifel in eigener Verantwortung prüfen, ob sie in diesen neuen Markt einsteigen will.

Genossenschaftsbanken entscheiden selbst

Dennoch wird die neue Möglichkeit von vielen Volks- und Raiffeisenbanken derzeit aufmerksam beobachtet und geprüft. Denn das neue Post-Modell eröffnet elegante Möglichkeiten, Neukunden zu akquirieren. Diese Chance hatte bisher im Bankenbereich vor allen Dingen die Postbank eindrucksvoll genutzt. Neben diesen Chancen tauchen aber auch Kostenrisiken auf, denn die jeweilige Volks- oder Raiffeisenbank in der Region braucht zur Abwicklung solch neuer Postdienste ausreichende Räumlichkeiten zum Lagern. Auch die Personalstrukturen müssten auf die neue Dienstleistung angepasst werden.

Neue Marktaufteilung?

Wenn sich die dadurch entstehenden Kosten aber mit Einahmen aus dem Postgeschäft und durch Gewinnung neuer Kunden kompensieren lassen und zusätzliche Gewinnspannen locken, dürften viele Genossenschaftsbanken schon sehr bald dem neuen Postdienst mit Namen "GenoPost" übernehmen. Und als bundesweiter Genossenschaftsverbund könnten die Volks- und Raiffeisenbanken dann zu einem ernstzunehmenden Marktteilnehmer im Bereich der Postdienste werden.

 
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