04. Februar 2012 Startseite| Fotostrecke| Umfrage
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Life & Lifestyle "Viren: Rätsel gelöst"
Bild: ddp  

Viren: Rätsel gelöst

London (wnorg) -
Warum sich manche Viren
schneller verbreiten

Bild: Takeda Symbolbild    

Bestimmte Viren verbreiten sich geradezu explosionsartig im Körper, andere nicht. Warum? Wissenschaftler haben nun das Rätsel der schnellen Verbreitung offenbar entschlüsselt. Und die Ergebnisse verblüffen.

Unterschiedliche Geschwindigkeit

Manche Viren sind in der Lage, sich schneller im Körper zu verbreiten, indem sie einander dabei unterstützen, nicht infizierte Zellen anzugreifen. Wissenschaftler des Imperial College London haben diesen Vorgang mit der Kamera festgehalten. Das Team um Geoffrey Smith geht davon aus, dass damit erklärt sein könnte, warum sich manche Viren so unvorstellbar schnell verbreiten.

Trick der Viren

Die Wissenschaft hatte immer gerätselt, warum sich manche Viren sehr rasch verbreiten, obwohl ihre Vermehrungsrate dieser Geschwindigkeit nicht entspricht. Smith geht davon aus, dass die Forscher einen schlauen Trick erkannt haben, der von manchen Viren zur effektiveren Verbreitung eingesetzt wird. Dringt mehr als ein Virus in die Zelle ein, wäre das eine Verschwendung. Eine Vermehrung kann in einer Zelle nur einmal stattfinden. Viele Viren verfügen laut BBC über Möglichkeiten eine derartige "Superinfektion" zu verhindern.

Nachricht von Virus

Das Virus erkennt, ob eine Zelle von einem anderen Virus befallen ist und springt auf der Suche nach einer freien Zelle einfach weiter. Die Wissenschaftler nutzten für ihre Forschungen den Impfstoff-Virus, der für die Ausrottung der Pocken eingesetzt worden war. Trifft ein Virus auf eine nicht besetzte Zelle, gräbt es sich hinein und hinterlässt auf der äußeren Membran einen Proteinmarker.

Besetztzeichen

Genau dieser Proteinmarker wirkt wie ein "Besetzt-Zeichen" und lenkt andere Viren in Richtung nicht infizierter Zellen. Viren vermehren sich, indem sie in Zellen eindringen, die Zelle übernehmen und beginnen sich zu vermehren. Ist eine große Menge von Kopien entstanden, platzt die Zelle und setzt neue Viren frei, die diesen Vorgang bei nahe liegenden Zellen wiederholen.

Neue Therapien möglich?

Das untersuchte Virus tut jedoch noch mehr. Beim Eindringen in die Zelle hinterlässt es zwei virale Proteine an der Oberfläche. Nähert sich ein anderes Virus, setzen sie schlangenähnliche Verlängerungen, so genannte Aktine, frei, die das andere Virus aktiv an weitere nicht infizierte Zellen weiterspringen lassen.

Smith hält es für denkbar, dass auch andere Viren über diese Fähigkeit verfügen und dass diese Entdeckung zu neuen Strategien zur Verlangsamung der Ausbreitung führen könnte. Ob dies auch medikamentös erfolgen könnte ist noch nicht bekannt.Durch die neuen Erkenntnisse veränderte sich aber die Vorstellung von der Verbreitung von Viren grundlegend.

(mit Material von pressetext.austria)
 
 
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