11. März 2010 Startseite| Fotostrecke| Umfrage
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Billionen im Derivate-Markt
Bild: ddp  

Derivate: Revolutioniert
EU den Handel?

08.02.2010, 15:00 Uhr
Brüssel (wnorg) -

Hunderte Billionen Euro
im Derivate-Umlauf
Harte EU-Pläne

Bild: ddp    

Hunderte von Billionen Euro in Form von Derivaten sind ein unvorstellbares Volumen, selbst, wenn sich dies über die ganze Welt verteilt. Sollte auch nur ein Bruchteil dieser Derivate zu den sogenannten "Giftpapieren" gehören, ist unverzügliches internationales politisches Handeln angesagt. Die EU hat die Gefahr anscheinend erkannt.

Billionen von Euro im Derivate-Markt

Der Handel mit Derivaten ist in den letzten zehn Jahren regelrecht explodiert. Weltweit bewegt sich der Markt nach Angaben der EU-Kommission heute in einer Größenordnung von mehreren Hundert Billionen Euro. In der Zeit vor der Krise wurden die Ausfallrisiken dieser Wertpapiere jedoch unterschätzt.

Die Bezeichnung "Derivate" geht darauf zurück, dass ihr Wert vom Preis eines bestimmten Basiswerts, z. B. Zinssatz oder Ölpreis, abhängt. Die Pläne der EU betreffen sogenannte OTC-Derivate, das heißt Wertpapiere, die nicht an der Börse, sondern direkt zwischen zwei Parteien gehandelt werden.

EU will völlige Umkehr

Die EU hat Maßnahmen zur Regulierung der Derivatemärkte angekündigt. Der Handel mit diesen Finanzinstrumenten hatte bei der Entstehung der Finanzkrise eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Der zuständige Kommissar Charlie McCreevy bezeichnete die Pläne als "Paradigmenwechsel und eine Abkehr von der bisherigen Sichtweise". Denn bisher war man davon ausgegangen, dass bei Derivaten nur geringer Handlungsbedarf bestanden habe, da bei diesem Handelssegment nur professionelle Akteure aktiv seien.

Neue Vorschläge 2010

Die Kommission will 2010 entsprechende Legislativvorschläge vorlegen, um die mit diesen Titeln verbundenen Risiken für die Wirtschaft einzudämmen. Die Vorschläge sind der letzte Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die die EU zur Stärkung der Finanzaufsicht ergreift, um eine weitere Krise zu vermeiden.

Härteres Durchgreifen der G20?

Um eine weltweit kohärente Vorgehensweise sicherzustellen, wird die Kommission vor Abschluss der neuen Legislativvorschläge mit ihren Partnern der G-20 zusammenarbeiten. Die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer kam unlängst überein, bei Derivaten härter durchzugreifen. Die USA haben bereits entsprechende Gesetze erlassen.

Standardisierung als Ausweg

Die EU möchte den Markt nun transparenter gestalten und standardisierte Kontrakte einführen, die dann über zentrale Gegenparteien ("Clearinghouses, CCP") gehandelt werden, um das Ausfallrisiko so weit wie möglich zu begrenzen. Alle anderen Transaktionen müssten registriert werden.

Mehr Eigenkapital und Sicherheiten

Nach den neuen Vorschriften wären die Finanzinstitute auch dazu verpflichtet, mehr Eigenkapital und Sicherheiten für Transaktionen vorzuhalten, die nicht über eine zentrale Gegenpartei abgerechnet werden.

Auflösung von Banken?

Angesichts der Erkenntnis, dass keine Bank vor einem Zusammenbruch gefeit ist, forderte Kommissar McCreevy ein robustes Regelwerk, um einen drohenden (Bank-) Zusammenbruch zu erkennen und, sofern möglich, abzuwenden. Sei dies nicht mehr möglich, müsse die Bank saniert oder liquidiert werden.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Die Kommission holt derzeit auch die  Meinung der Öffentlichkeit dazu ein, wie verhindert werden kann, dass Bankenkrisen das gesamte Finanzsystem gefährden und letztendlich auf die Steuerzahler zurückfallen. Die Flut an Bankenpleiten während der Finanzkrise hat deutlich gemacht, dass neue rechtliche Instrumente nötig sind, um mit den grenzüberschreitenden Auswirkungen zurechtzukommen.

 
Schlagzeilen
Aktuelle Meldung

Zahl der Arbeitslosen im Februar gestiegen

11.03.2010, 00:00 Uhr
Nürnberg (ddp) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar erwartungsgemäß gestiegen, allerdings fiel der Anstieg geringer aus als von Experten befürchtet. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren 3,643 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet.

Das seien 26.000 mehr als im Vormonat und 91.000 mehr als im Februar 2009. Die Arbeitslosenquote habe sich damit im Vergleich zum Vormonat von 8,6 auf 8,7 Prozent erhöht.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt in Deutschland blieben auch in Februar moderat, sagte das Mitglied des Vorstands der Bundesagentur, Heinrich Alt, bei der Präsentation der Zahlen.

Die Arbeitslosigkeit sei "lediglich im jahreszeitlich üblichen Umfang" gestiegen. Die Beschäftigung habe sogar wieder zugenommen, und die Kräftenachfrage zeige sich stabil.
 
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Der Mensch in Alarmbereitschaft

10.03.2010, 09:00 Uhr
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Cottbus (wnorg / ots) - Hochwasser, Schneechaos, Schweinegrippe, Wirtschaftskrise und andere Bedrohungen brechen täglich in das Bewusstsein des modernen Menschen ein. Die Schockwellen neuer Hiobsbotschaften lösen bei den wehrlosen Empfängern sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Es gibt die Abwiegler ebenso häufig wie die Panikverbreiter. Insgesamt aber leiden immer mehr Zeitgenossen an einer spürbaren Abgestumpftheit gegenüber der täglich neuen Horrormeldungen aus den Medien. Viele vertrauen auf die Segnungen der technologisierten Welt mit rechtzeitigen Vorhersagen und Warnungen vor bevorstehenden Katastrophen. Aber kann man wirklich alles vorhersagen?
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