05. Februar 2012 Startseite| Fotostrecke| Umfrage
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IWB: Neuer Wachstumsbegriff notwendig
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IWB: Neuer Wachstumsbegriff notwendig

Zülpich (wnorg) -
Wachstum und Nachhaltigkeit müssen sich nicht ausschließen. Aber Mensch und Gesellschaft brauchen mehr als nur den reinen ökonomischen Zuwachs.

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Vielmehr sind Wohlstand und Wohlbefinden für die Menschen in Einklang zu bringen. Dabei wird auch Zuverlässigkeit zum neuen politischen Schlüsselbegriff. Es bedarf dafür einer neuen ökonomischen, ökologischen und sozialen Ordnung.

Nach Erhebungen des Instituts für Wirtschaftsforschung IWB haben sich die Forderungen nach gesellschaftlichen Veränderungen im Verlauf der Wirtschaftskrise schneller konkretisiert als noch vor Jahren voraussehbar. Die Unberechenbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen nimmt den Bürgern Lebensqualität und Perspektive. Der Begriff der Nachhaltigkeit und Berechenbarkeit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Handelns gewinnt zunehmend Gewicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Wirtschaftsführer und Politiker werden sich zukünftig stärker an diesen Zielen messen lassen müssen: Zuverlässigkeit und Verantwortung werden zur Messlatte.

Ein vom Wohlstandsbegriff geprägter Gesellschaftsentwurf stößt offenbar durch die Finanzkrise an seine Grenzen. Reine Gewinnmaximierung wird zunehmend in Frage gestellt. Die Folgen grenzenloser Gewinnspekulationen werden nicht nur in Deutschland mittlerweile als gesellschaftliche Bedrohung empfunden, die den Einzelnen sowie die Gesellschaft unkalkulierbaren und schnell wirksamen Risken aussetzt. Wachstum und Wohlstand als dominierende Ziele werden stärker hinterfragt als je zuvor. Ein Wachstumsbegriff für das 21. Jahrhundert dürfe sich nicht allein auf "klassische, ökonomische Wachstumsgrößen" berufen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videobotschaft im Februar.

Nach Meinung des DNR (Deutscher Naturschutzring) erlebt die Gesellschaft derzeit einen Epochenwechsel. Die Politik, so der DNR, sei offenkundig überfordert. Sie reagiere nur und sei getrieben von den Zwängen, die Rating-Agenturen, Finanzinstitute diktierten. Deshalb fordert der DNR ein neues Modell für die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft. Das alte Wachstumsmodell sei am Ende. DNR-Präsident Hubert Weinzierl fordert, "das Konzept der Nachhaltigkeit sowohl auf ökologischer als auch auf ökonomischer und sozialer Seite neu zu ordnen. Allerdings dürfe Nachhaltigkeit nicht beliebig sein. Es solle Orientierung geben und gewährleisten, dass nachhaltig ist, wo Nachhaltigkeit draufsteht."

Zentrale Elemente sind nach Auffassung des DNR: Die Gesundheit der Bevölkerung, das psychologische Wohlbefinden, die Zeitnutzung, die Lebensfähigkeit der Gemeinschaft, die kulturelle und biologische Vielfalt, Bildung und Erziehung, materieller Lebensstandard und gutes Regierungshandeln bzw. demokratisches Engagement der Bevölkerung. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung IWB sieht diese Forderungen in Einklang mit aktuellen zentralen Forderungen aus der Bevölkerung, den Kindern durch nachhaltiges Wirtschaften in der Welt von Morgen ein werthaltiges gesellschaftliches Erbe zu sichern.


 
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